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THERAPIE

Das therapeutische Leistungsspektrum umfasst eine grundsätzliche Beratung über gesunde Lebensführung, ausgewogene Ernährung, günstiges Stuhlverhalten, richtige Analhygiene und Hautpflege der Intimregion.

Hämorrhoiden

Hämorrhoidalleiden äußern sich durch Beschwerden am Anus wie Stechen, Brennen, Jucken (Pruritus), Nässen und Bluten. Es handelt sich um arteriovenöse Gefäßpolster, die ringförmig unter der Enddarmschleimhaut angelegt sind und dem Feinverschluss des Afters dienen. Sind diese Gefäßpolster vergrößert, spricht man einem Hämorrhoidalleiden.

Grundlegend ist eine Behandlung von Hämorrhoiden nur dann indiziert, wenn Beschwerden auftreten. Mit einer Basistherapie (Stuhlregulierung, Salbenapplikation) kann das Voranschreiten eingeschränkt und eine Besserung der Symptome erzielt werden.

Symptomatisch werden Hämorrhoiden in 4 Stadien eingeteilt:

  • 1. Grades: Die Hämorrhoiden sind nicht von außen sichtbar, nur proktoskopisch darzustellen
  • 2. Grades: Knoten fallen beim Pressen in den Analkanal vor, ziehen sich aber selbst wieder zurück
  • 3. Grades: Ein oder mehrere Knoten können spontan vorfallen, nach dem Stuhlgang ziehen sie sich nicht mehr alleine zurück. Außerdem kann es zu Einblutungen kommen.
  • 4. Grades: Entspricht einem Prolaps (Vorfall); die Knoten können nicht mehr reponiert werden

In den Stadien 3 und 4 kann nur eine operative Sanierung zum Therapieerfolg führen.

  • Hämorrhoidenverödung (Sklerosierung) und Gummiringabbindung (Barron-Ligatur)


Klassische, konservative (nicht operative) Behandlungsmethoden stellen die Hämorrhoidenverödung sowie die Gummiringabbindung dar. Über 80 Prozent unserer Patienten mit Hämorrhoiden Grad I und II können wir mit dieser schmerzfreien Methode ambulant erfolgreich behandeln und ihnen damit eine operative Maßnahme ersparen.

  • Modifizierte Hämorrhoidektomie nach Milligan-Morgan (offene Segmentresektion; Standard-Operationsmethode)

Örtlich begrenzt vorfallendes Hämorrhoidalgewebe (Stadium III und IV) sollte langfristig operativ entfernt werden. Hierzu bietet sich häufig das Standardverfahren (modifizierte OP nach Milligan-Morgan) an. Dazu wird das segmental vorfallende Hämorrhoidenpolster mitsamt der angrenzenden Afterhaut (Anoderm/Mariske) entfernt. Die entstehende Wunde im After kann entweder offengelassen oder teilweise auch vernäht werden (die Fäden lösen sich nach abgeschlossener Wundheilung von selbst auf). Außen verbleibt zunächst immer eine kleine offene Wunde, über die das Wundsekret ablaufen kann. Der Eingriff findet in Kurz-Narkose und meist unter ambulanten Bedingungen statt. 

  • Operative Läppchenplastik nach Fansler-Arnold (geschlossene Segmentresektion)

Lediglich weit fortgeschrittene Hämorrhoidal-Stadien (Stadium IV) werden so operativ saniert. Hierbei hat sich in unserer Hand die subanodermale Hämorrhoidektomie mit anschließender narbenfreier Rekonstruktion des Analkanals durch die U-Lappenplastik nach Fansler-Arnold bewährt. Die Schonung der sensiblen Afterhaut (Anoderm) hat dabei höchste Priorität. Diese Technik garantiert ein Höchstmaß an Sicherheit für die Kontinenzleistung.

  • Stapler-Hämorrhoidopexie nach Longo

Bei einem zirkulär vorfallenden Hämorrhoidalpolster (Stadium III; kreisrund um den After) kann die sogenannte Stapler-Hämorrhoidopexie (Klammernaht-Operation) eingesetzt werden. Dabei wird ein Teil des überschießenden Hämorrhoidenpolsters mit einem speziellen Operationsgerät (Zirkularstapler) kreisrund entfernt und das verbleibende Gewebe im Analkanal mittels Metallklammernähten (werden nach abgeschlossener Wundheilung mit dem Stuhlgang ausgeschieden) wieder nach oben gerafft, damit es nicht mehr vor den After vorfallen kann. Der Eingriff findet in Narkose und unter kurz-stationären Bedingungen statt. 

  • Transanale-Hämorrhoiden-Dearterialisation (THD)

Dieses in ausgewählten Fällen angewandte Verfahren ist nahezu schmerzfrei, da keine Gewebeentnahme erfolgt, sondern eine Naht oberhalb der Linea dentata (wo sich keine empfindlichen Nervenenden befinden) als arterielle Hämorrhoiden-Abbindung gesetzt wird. Hämorrhoidengewebe wird hierbei weder eingeschnitten noch entfernt, wodurch die Anatomie des Analkanals sowie die Schließfunktion des Afters unbeeinträchtigt bleibt. Die Operation wird im Allgemeinen unter ambulanten Bedingungen in Analgosedierung durchgeführt. Die Methode kann für Hämorrhoiden im Stadium II und III verwendet werden.

Perianalvenenthrombose (PVT)

Analvenenthrombosen sind plötzlich auftretende oberflächliche, aber harmlose Thrombosen in den Venen des Analrandes. Man findet einen derben, schmerzenden Knoten am Anus. PVTs treten meistens nach starkem Pressen beim Stuhlgang, nach Durchfallepisoden, in den letzten Schwangerschaftsmonaten, aber auch ohne jegliche Ursache auf.

Die Therapie beschränkt sich in den meisten Fällen auf eine Salbenbehandlung sowie Kühlung des Bereichs. Bei starken Beschwerden oder einem sehr großen Knoten wird selbiger in örtlicher Betäubung entfernt.

Analfissuren

Als Fissuren bezeichnet man Einrisse in der Analschleimhaut, die meist nach starkem Pressen bei Verstopfungen oder nach Durchfallerkrankungen auftreten. Auch starkes Pressen bei Geburten können Fissuren verursachen. Als typische Symptome beschreiben die Patienten einen hellen, stechenden Schmerz und häufig Blutungen.

Die Therapie frischer Analfissuren beginnt mit der Stuhlregulierung, um eine dauerhaft weiche Stuhlkonsistenz zu erreichen. Chronische Fissuren weisen bindegewebig-narbige Veränderungen auf, die auf Salbenbehandlungen nicht mehr ansprechen. Die Therapie ist dann ausschließlich operativ.

Marisken

Als Mariske bezeichnet man kleine Falten oder Läppchen im Bereich des Afters. Diese sind meist weich und nicht schmerzhaft.

Marisken, die keine Beschwerden bereiten, bedürfen keiner Therapie. In manchen Fällen kann die Größe der Mariske bei der Analhygiene beeinträchtigend sein und zum einem Analekzem führen. In diesen Fällen können die störenden Läppchen in lokaler Betäubung oder leichter Sedierung entfernt werden.

Analabszesse und -fisteln

Analfisteln und -abszesse sind Entzündungen im Analbereich. Häufige Ursache ist die Infektion der Proktaldrüsen, die etwas höher im Analkanal lokalisiert sind. Bei einer Abszessbildung sind Schmerzen, allgemeines Unwohlsein und meist eine Sekretion die häufigsten Symptome. Fisteln erkennt man an einem nässenden Ausführungsgang in der Haut nahe des Analkanals, der eine Verbindung in den Darm aufweist.

Bei Abszessen besteht die Therapie in der ausreichend weiten chirurgischen Öffnung und Abszessdrainage. Fisteln werden in der Regel gespalten.

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