icon-telephoneOnline Terminbuchung
icon-telephone06221 / 983-340

KOLOSKOPIE UND DARMKREBS

Dr. Martin A. Thome
FACHARZT FÜR CHIRURGIE UND PROKTOLOGIE

In Deutschland betrifft etwa jede siebte Krebserkrankung den Darm. Darmkrebs ist damit die dritthäufigste Krebserkrankung nach Brust- und Prostatakrebs. Jährlich erkranken ca. 35.000 Männer und 28.000 Frauen erstmals an Darmkrebs, ca. 13.000 Männer und 12.000 Frauen versterben daran. Mehr als 90 % aller Erstdiagnosen von Darmkrebs werden nach dem 55. Lebensjahr gestellt. Die Zahl der Darmkrebsfälle hat in den letzten Jahren zugenommen.

Einem Tumor im Darm kann man in der Regel nicht spüren. Symptome wie Blut im Stuhl, länger anhaltender Durchfall oder chronische Verstopfung treten meist erst zu einem späteren Zeitpunkt auf. Bei derartigen Beschwerden untersuchen wir die Darmschleimhaut mit einer Darmspiegelung auf Veränderungen und entnehmen gegebenenfalls Gewebeproben zur mikroskopischen Untersuchung im Speziallabor. Nur so kann zwischen gutartigen und bösartigen Veränderungen unterschieden und Darmkrebs sicher diagnostiziert werden.

Darmkrebs geht meist aus zunächst gutartigen Vorstufen hervor. Diese sind bei einer Darmspiegelung als kleine Wucherungen der Darmschleimhaut, sogenannten Polypen, sichtbar. Die meisten dieser gutartigen Geschwulste sind Adenome. Einige von ihnen können sich über einen längeren Zeitraum zum Karzinom entwickeln (Adenom-Karzinom-Sequenz).

Am stärksten erhöhen Rauchen und Übergewicht das Darmkrebsrisiko. Es folgen Bewegungsmangel und ballaststoffarme Ernährung. Auch regelmäßiger Konsum von Alkohol oder rotem Fleisch erhöht das Darmkrebsrisiko. Direkte Verwandte von Darmkrebspatienten sind besonders gefährdet, ebenfalls an Darmkrebs zu erkranken. Auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn können das Risiko erhöhen.

Die zuverlässigste Früherkennungsmethode, mit der man bereits die gutartigen Vorstufen erkennen und entfernen kann, ist nach Expertenmeinung zurzeit die Darmspiegelung. Sie steht in Deutschland allen Versicherten ab dem Alter von 55 Jahren zur Verfügung. In den Jahren 2003 bis 2010 wurden bundesweit fast 100.000 Fälle von Darmkrebs verhindert und weitere 50.000 Fälle in einem frühen und damit heilbaren Stadium entdeckt.

Leider wird die Darmspiegelung aber immer noch viel zu selten in Anspruch genommen.

Wichtig für ein möglichst zuverlässiges Ergebnis ist, dass der Patient die vorherige Darmreinigung sorgfältig durchführt. Außerdem spielt natürlich die Erfahrung des untersuchenden Arztes eine Rolle. Krankenversicherte zwischen 50 und 55 können einen Test auf verstecktes (okkultes) Blut im Stuhl durchführen lassen.

Wenn Sie Fragen rund um die Darmspiegelung haben oder uns Ihre Sorgen und Ängste mitteilen möchten, stehen wir Ihnen jederzeit für eine professionelle Beratung zur Verfügung, um Ihnen die meist „unbegründeten Sorgen“ zu nehmen.

Sollten wir bei Ihnen tatsächlich einen Darmkrebs feststellen, werden wir das weitere Vorgehen individuell mit Ihnen besprechen und sie für die weitere Therapie an Experten unseres Vertrauens verweisen.

Weitere Informationen zum Darmkrebs finden Sie im Internet unter www.krebsinformation.de oder telefonisch beim Krebsinformationsdienst am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg (DKFZ) täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr per Telefon unter 0800-4203040.

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)

 

 

 

 

 

 

zum Archiv

NEWS:

zum Archiv